Ich bin nervös. Heute treffe ich sie zum ersten Mal persönlich.
Seit Monaten kennen wir uns über Social Media. Wir haben unzählige Nachrichten ausgetauscht, lange Gespräche geführt und uns gegenseitig immer besser kennengelernt. Ihre Stimme kenne ich längst aus zahlreichen Sprachnachrichten. Doch die große Entfernung zwischen uns hatte ein persönliches Treffen bisher unmöglich gemacht.
Bis jetzt.
Vor einigen Tagen hatte sie mir eine Nachricht geschickt. Sie sei in der Stadt und würde mich gerne sehen.
Samstag. 15 Uhr.
Mehr Informationen gab es zunächst nicht. Erst am Morgen erhielt ich eine weitere Nachricht mit dem Namen eines Hotels und einer knappen Anweisung:
„An der Rezeption wartet ein Schlüssel auf dich.“
Als ich das Hotel betrete, herrscht reger Betrieb. Menschen kommen und gehen, Koffer rollen über den Marmorboden. Nervös stelle ich mich an der Rezeption an. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es bereits 15:03 Uhr ist.
Zu meiner Überraschung erhält man mir den Zimmerschlüssel völlig problemlos.
Zimmer 301.
Mit leicht zitternden Händen betrete ich den Aufzug und fahre in den dritten Stock.
Vor der Tür angekommen, klopfe ich vorsichtig.
Keine Antwort.
Natürlich. Ich habe schließlich einen Schlüssel.
Langsam öffne ich die Tür und trete ein.
Das Zimmer wirkt zunächst vollkommen gewöhnlich. Alles ist ordentlich und aufgeräumt. Das Bett ist frisch gemacht. Kein Koffer, keine Handtasche, keine Jacke. Nichts deutet darauf hin, dass hier jemand wohnt.
Dann entdecke ich auf einer Kommode einen cremefarbenen Umschlag.
Mein Name steht darauf.
In eleganter Handschrift.
Mein Herz schlägt schneller.
Ich öffne den Umschlag.
Liebe Charlotte,
bitte verzeih die ungewöhnlichen Umstände. Die Welt ist voller merkwürdiger Menschen, und Vorsicht ist manchmal notwendig.
Wenn du jedoch bereit bist, meinen Anweisungen zu folgen, verspreche ich dir ein Erlebnis, das du nicht vergessen wirst.
1. Unter der Kommode findest du eine Schachtel. Nimm sie hervor und öffne sie.
2. Darin befinden sich Kopfhörer. Verbinde sie mit deinem Telefon und öffne anschließend die Playlist „Charlotte“, die ich dir gerade per E-Mail geschickt habe.
Sofort prüfe ich mein Postfach.
Tatsächlich.
Vor wenigen Augenblicken ist eine neue Nachricht eingetroffen.
Ich ziehe die Schachtel hervor, die mir zuvor gar nicht aufgefallen war, und öffne sie. Darin liegen hochwertige Bluetooth-Kopfhörer.
Wenig später erklingt sanfte Musik in meinen Ohren.
Meine Nervosität wächst.
Ich lese weiter.
3. Ziehe dich vollständig aus. Lege deine Kleidung ordentlich auf den Stuhl.
4. In der Schachtel findest du außerdem einen Knebel. Lege ihn an und ziehe den Verschluss fest.
Und nein – nicht schummeln.
Du wirst beobachtet.
Erschrocken blicke ich auf.
Beobachtet?
Mein Blick wandert durch den Raum.
Dann entdecke ich sie.
In einer Ecke steht eine kleine Kamera. Das rote Licht leuchtet.
Sie läuft.
Ein Schauer läuft mir über den Rücken.
Für einen Moment zögere ich.
Soll ich das wirklich tun?
Doch die Neugier ist stärker.
Die Vorstellung, dass sie mich vielleicht gerade beobachtet, lässt mein Herz schneller schlagen.
Langsam folge ich ihren Anweisungen.
5. Stelle die Schachtel neben den Stuhl auf das Bett.
6. Setze dich und befestige deine Füße in den vorbereiteten Fußfesseln.
Die Innenseiten der Fesseln sind mit weichem rotem Samt ausgekleidet. Überraschend angenehm.
Als sie geschlossen sind, wird mir bewusst, dass Aufstehen nun nicht mehr möglich ist.
Ein aufregendes Gefühl.
Ein Gefühl von Ausgeliefertsein.
7. Lege die Handschellen griffbereit bereit.
Nimm anschließend die Augenmaske aus der Schachtel und setze sie auf.
8. Sobald du nichts mehr sehen kannst, fessle deine Hände hinter der Rückenlehne des Stuhls.
Das Tut ich – auch wenn mir eine innere Stimme davon abraten will – aber ich ignoriere sie.
Danach bleibt nur noch eines:
Warten.
Ich tue genau das.
Dunkelheit umgibt mich.
Die Musik erfüllt meine Ohren.
Minuten vergehen.
Vielleicht auch länger – viel länger
Ohne Sicht und fast ohne Geräusche verliert man jedes Gefühl für Zeit.
Langsam beginnen meine Gedanken zu kreisen.
Hat sie das alles wirklich vorbereitet?
Beobachtet sie mich gerade?
Ist überhaupt jemand hier?
Mein Herz klopft hörbar gegen meine Brust.
Dann—
Ganz plötzlich.
Eine Berührung.
Sanft.
Kaum mehr als ein Hauch auf meiner Haut.
Ich zucke zusammen.
Jemand ist im Raum.
Da bin ich mir sicher.
Doch wer?
Und was wird als Nächstes geschehen?
In der Dunkelheit, gefesselt und vollkommen ahnungslos, bleibt mir nichts anderes übrig, als zu warten….
Gefällt Dir diese Fantasie und Du möchtest sie mit mir erleben, dann schreibe mir mit dem Betreff „Blind Date“
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Ich freue mich über jede Reaktion.
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